FAHRT NACH KASTILIEN 2008

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Datum Ort

mit folgenden besonderen "Spaziergängen":

13. Mai
SEGOVIA

 

 


LA GRANJA


Aquädukt

San Juan

San Martin

San Miguel

Kathedrale

San Millan

Vera Cruz

El Parral
14. Mai
SALAMANCA

Puente Romano

San Esteban

Las Duenas

Casa de las Conchas

Plaza Mayor

Neue Kathedrale

Alte Kathedrale

Universität
15. Mai
AVILA

San Vicente

Kathedrale

San Pedro

Santo Tomas

Mosen Rubi
16. Mai
EL ESCORIAL


VALLE DE LOS CAIDOS

 

17. Mai
TOLEDO

Hotelblick

Panoramablick

Puerta Bisagra

Santo Cristo

Santa Cruz

Kathedrale

Santo Tome

Sinagoga del Transito

Santa Maria la Blanca

San Juan de los Reyes

San Ildefonso
18. Mai
ARANJUEZ

Gärten

Lesung
19. Mai
MADRID

Rundfahrt

Rundgänge

Academia

Reina Sofia
20. Mai "

Plaza de la Cibeles

Prado

Puerta del Sol

Plaza Mayor

Palacio Real

Plaza Colon

Archäologisches Museum
21. Mai
ALCALA

Colegio

Plaza Cervantes

Casa Cervantes
Informationsquellen:
Heinz Schomann, Kunstdenkmäler der Iberischen Halbinsel, Teil II, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1997; zitiert als "Schomann"
Spanien, Bildatlas der Spanischen Kunst, DuMont Schauberg, 1968; zitiert als "DuMont"
Hans-Peter Burmeister, Zentralspanien und Madrid, Köln, DuMont, 1997; zitiert als "Burmeister"

Abgeschlossen am 30. Juni 2008

Diese Seite ist unserem Reiseleiter, Herrn Klaus Weiss, gewidmet, der immer wieder seine eigene Begeisterung über das zu Zeigende hat durchscheinen lassen.

Zu dieser Fahrt hat Herr Gert Grunwaldt eine poetische Beschreibung verfasst, die mit seiner Erlaubnis hier veröffentlicht wird:

 

Kastilienreise ALBA-TOURS  Mai 2008

 

Fürder wollte ich mitnichten

weiter leichte Verse dichten,

doch die Freunde insistierten,

Honig um den Bart mir schmierten,

und – wie es das Schicksal will -

fügte ich mich sanft und still,

ging den Freunden auf den Leim,

setzte wieder Reim an Reim.

 

 

In Segovia fing es an,

wo die Herzen uns gewann

kühnen Juan Bravos Art,

der den fünften Karl genarrt

und mit stolzem Adelsgeist

erst ihn in die Schranken weist,

bis er dann geköpft verendet

und sich in ein Denkmal wendet. -

Sankt Jakobus, matamoros,

tötete mitnichten „toros“,

vielmehr griff er Maurenschöpfe,

hortete die Maurenköpfe!-

Vera Cruz - der Templerorden -

ist ganz schön vernichtet worden,

als der König sah sein Geld,

trieb er ihn aus dieser Welt. -

An dem alten Wasserleiter

wurden wir zutiefst gescheiter,

ja, der Römerbögen Glanz

füllte unsre Herzen ganz. -

Alcazar verschwand im Regen,

und wir mussten uns bewegen,

um den Aquädukt zu finden,

mussten wir uns tüchtig schinden.

 

Aus der Stadt der stolzen Ritter,

wo der Tod so oft ein Schnitter,

wo auch Francos Truppen kämpften

und den Mut der Roten dämpften,

ging es in die Stadt des Geistes,

Salamanca war, so heißt es,

einst das Zentrum der Dispute,

als noch nicht die harte Rute

des Loyola alles dämpfte,

das so frei im Geiste kämpfte.

Dieser sture alte Baske

ist das Inbild strenger Maske.

„Quod natura non dat,

Salamantina non praestat.“

In dem Bibliotheks-Gehäuse

gab es keine Ledermäuse.

So wie einst in Portugal,

ALBA-TOURS, ein andermal…-

(AVILA)

Morgendlicher Mystik-Morgen

macht uns wirklich keine Sorgen,

denn Theresa wird geschildert

und uns reich durch Klaus bebildert.

Statt die Augen bald zu schließen,

können wir den Lauf genießen,

den Theresas Leben nahm,

als sie in den Orden kam.

Barfuß wandelt sie einher,

langsam und von Mystik schwer.

Alles ist ihr Ritual

und gerichtet gegen Baal.

Ihre unio mystica

ist für die Theresa da,

wenn`s vom Himmel heftig schüttet

und den Garten fast zerrüttet.

Gott ist ihre inn`re Burg

und nicht nur der Demiurg.

Auch Bernini zeigt ihr Rasen

in den inneren Ekstasen.

Hare Krischna macht nur leer,

und es läuft dann gar nichts mehr,

wie`s die Achtundsechz`ger weisen,

die wir heute nicht mehr preisen.

In dem Kloster San Tomas

staunten wir ohn` Unterlass

über Thomas von Aquin,

der von Spanien bis nach Wien

stets den Westen unterstützte

und dem Fortschrittsglauben nützte;

doch der Osten dumpf verharrte

beim Propheten seinem Barte,

und in starrem Glauben schmollt,

jeder Neuerung abhold. -

Romanik pur in San Vincente

vermittelt Klaus uns justamente.

Sankt Vinzenz nahm des Weins sich an

- für uns daher ein guter Mann. -

Auch die Mandorla war ganz wichtig,

doch ohne Inhalt null und nichtig,

nur Jesus` Mutter durfte rein,

natürlich auch das Jesulein.

Apropos „Mandeltragen“:

Nicht jeder kann ein Messknab` sein,

das seh`n auch Protestanten ein! -

Manche lahmten müd am Fuße,

hielten es für echte Buße,

doch ein Teil der starken Truppe

Marlies, Gert war`n in der Gruppe,

schwang sich auf die Mauer noch,

pfiff nicht aus dem letzten Loch,

vielmehr trabt man mit viel Mumm

auf Avilas Mauern rum. -

Weit und breit gibt`s ja kein Meer,

und ein Pool ist lange her.

Gert kann daher nicht mehr waten

in Jung-Siegfrieds Wellen-Taten,

oder bei dem straffen Leibe,

der die Gattin (Ingeborg) macht zum Weibe,

oder Lothars Wasser-Treten

- seine Muskeln Wellen kneten -

oder Eddas sanftes Gleiten

in des Pooles schönen Weiten .

El Escorial zum Himmel starrt,

wo Philipp der Erlösung harrt.

So ganz ertötet ist der Stein,

errichtet nur der Lehre rein,

dass alle Gegen-Reformierten

sich ihn allein zum Denkmal kürten.

Hierhin ließ sich Philipp tragen,

wo Herrera-Zinnen ragen,

hier verfault er viele Tage,

auch im Faulraum, ohne Frage,

solches auch in unsern Tagen

tut man, ohne mehr zu klagen.

Schaudernd flieht man diesen Ort,

reist derweil zu Franco fort.

(Valle de los Caidos)

Während es in Strömen schüttet,

wird der Sinn erneut zerrüttet.

Der Caudillo baute sich,

sicher nicht sehr meisterlich,

eine Tonnen-Grabesstätte,

dass er seine Seele rette.

ALBA-TOURS, schon recht durchfeuchtet,

wird in jeder Form durchleuchtet.

Jene Wächter woll`n vor allem,

dass die Basken nicht so knallen

und die herrliche Falange

heben durch die Sprengsatz-Stange.

Franco war ein kleiner Mann,

und er dachte auch daran,

seinen Tod ganz groß zu machen,

- daher diese vielen Wachen.

(Fahrt nach Toledo)

Dieser Tag war recht bombastisch,

und man sah das jeweils plastisch,

abgerundet durch Gesänge,

die der Klaus in jeder Menge

und akustisch bot im Bus,

- LEGION CONDOR, ein Genuss!

Auch die Internationalen

tönten von den großen Qualen,

die der Bürgerkrieg bereitet,

wenn man über Leichen schreitet.

Noch lässt die Versöhnung warten,

schmerzen noch die alten Scharten.

Toledo:

Mauren herrschten in der Stadt,

und Moscheen gab es satt.

Als die Christen jedoch siegten

und den Muselman bekriegten,

wurden aus Moscheen Dome,

und statt anderer Idiome

klang es bald kastilisch rein,

und der Spanier reckt sein Bein

auf des Muselmanen Haupt,

das besiegt und arg bestaubt. -

El Greco gibt dem Antlitz Seele,

damit die Wirkung ja nie fehle.

Die Hände sind voll Ausdruckskraft,

womit er wahre Wunder schafft,

und seine Werke übertrafen,

- wie etwa das des Orgaz-Grafen -

beinahe Michelangelo,

darob war Philipp ziemlich froh.

Auch Goya ist hier zu erwähnen,

die Haare meist in wilden Strähnen,

jedoch durchaus charaktervoll,

erfüllte er sein Künstler-Soll.

Velasquez ist der dritte Maler,

der sich verdiente manchen Taler.

Zuweilen waren sie verarmt,

dann hat man ihrer sich erbarmt

und weiter großen Stil erlaubt,

den Prunksucht unser`m Maler raubt. -

Zum Schluss, um alles auszuloten,

bestaunten wir die Visigoten.

 

Wir sind doch ALBAs Wundergruppe,

die auserwählte Reisetruppe.

Wenn er mal Süßes nicht mehr kann,

dann nimmt der Gert sich seiner an

und schleckert, so ist`s bei uns Brauch,

mit Wonne seinen Nachtisch auf.

 

Finster bohrend Jesuiten

lasen Ketzern die Leviten,

ahnten, dass die Juden logen,

wenn sie sich zu Christen bogen;

achteten auch sehr darauf,

recht nach Jesuiten-Brauch,

weil`s an ihrem Stolze nagte,

dass der Kirchturm höher ragte.

Aranjuez:

Vereint saß man am schönen Orte

und hörte Schillers hehre Worte.

Wolfgang gab dem Domingo Glanz

und Volker sprach verhalten ganz

den Carlos in der größten Not

vor seinem jämmerlichen Tod. -

Bevor es ganz an`s Sterben ging,

man ein Gerippe für ihn fing.

Man legt` es zu ihm in sein Bette

dass man vom Tode ihn errette.

Die Lebensgeister kehrten wieder,

Don Carlos lag nicht mehr darnieder!

Madrid:

Die schönen Tage sind zu Ende,

es folgt der Reise jähe Wende.

Der Hauptstadt Lärm empfängt uns nun,

begleitet unser aller Tun.

Doch lohnet Goya jede Mühe,

wir ziehn daher in aller Frühe

zum Rundgang in die Innenstadt

und sehen uns die Augen satt.

Die Metro wird gekonnt genommen,

wir seh`n das meiste nur verschwommen,

voran geht`s nun im Sauseschritt,

- der Lothar tut `nen falschen Tritt! -,

doch wohlbehalten enden wir

erschöpft vor der Museumstür.

Allein wir im Museum waren,

- im PRADO drängten sich die Scharen-,

dank der Didaktik uns`res Klaus

gelang uns hier ein Augenschmaus. -

Es folgt der Rundgang durch die Stadt,

der wirklich alles in sich hat.

Die Plaza teilte sich uns mit,

getrübt nur durch REAL-MADRID,

Toilettenhäuschen in der Mitten

sind notgedrungen mitgelitten.

REAL-MADRID ist wieder Sieger,

er ist der Club der Überflieger.

Was Wunder, denn das Siegesmuster

bereitet ihm der Deutsche Schuster. -

Der Bahnhof war ein Urwald nur,

Schildkröten gab`s auf grüner Flur,

die den Don Carlos überlebten

und immer noch ganz ängstlich bebten. -

Man könnte vieles noch erwähnen,

doch bleibt`s bei diesen dürren Strähnen

der „nugae“, die euch wohlbekannt,

- diesmal im stolzen Spanierland.

 

Auf Kastiliens heißer Erde

weidet ALBA seine Herde,

guter Hirte immerwährend

und geduldig alles lehrend,

ob Geschichte, Religion,

auch ist er ein Musensohn,

-und so woll`n wir dick ihn loben,

weil sich die Geschichten woben,

rundeten in bester Weise

auf der schönen Spanienreise.

ALBA SAPIENS ET HISPANUS,

nimm entgegen diesen Schluss-Kuss!

 

Gert Grunwaldt