FAHRT NACH KASTILIEN 2008

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MADRID - PLAZA MAYOR

"Eine erste Idee zu planvoller Gestaltung lässt sich auf Philipp II. zurückführen, wobei als Vorbilder Herzog Ludovico il Moros Piazza Ducale in Vigevano (1492 - 94; bei Mailand) und in Paris König Heinrichs Place des Vosges (1605 - 12) gelten können. Nach Entwürfen Juan de Herreras, dessen ähnliche Projekte für Valladolid und Toledo unvollendet blieben, hat ihn Juan Gomez de Mora 1617 - 19 mit 120 zu 94 Metern in den Proportionen des Goldenen Schnitts planiert - nicht als Adelsquartier wie in Paris, sondern als pulsierendes Zentrum. ... Brände 1631, 1672 und 1790 veranlassten unter Karl IV. Juan de Villanueva zu grundlegender Wiederherstellung, bei der sich Herreras spröde Spätrenaissance mit einem akademischen Klassizismus verband. Damals erst erhielt der Platz seine heutige Geschlossenheit, indem jene einmündenden Straßen dem Kolonnadenkarrée unauffällig integriert wurden.

        

Eine Hauptfront im formalen Gleichklang viergeschossiger Gebäude, bei denen Gomez de Mora in Spanien erstmals französische Fenstertüren für schmale Balkons verwendete, bildet im Norden die Casa de la Panaderia. Zwillingstürme bzw. Säulen statt Pfeiler heben sie hervor, und ihre Bezeichnung als Brotausgabe weist auf die wichtigste Funktion des Platzes als Lebensmittelmarkt; gegenüber entspricht für Fleisch die Casa de la Carneceria." (Schomann, S. 145)