ANDALUSIEN 2009

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Baelo Claudia

Baedeker erwähnt Baelo Claudia unter "Umgebung von Tarifa", wobei Bolonia nicht nur einen schönen Strand, sondern auch die Ausgrabung von Baelo Claudia aufweise.
Etwas mehr erfährt man aus dem offiziellen Prospekt, der dem Besucher überreicht wird, wenn er seine Nationalität (zwecks Statistik?) am Eingang angegeben hat. Demnach geht Baelo auf phönizisch-punische Fischindustrie zurück, wurde gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. gegründet und erlebte seine Blütezeit unter Kaiser Claudius etwa in der Mitte des 1. Jahrhunderts nach Chr., wo Baelo zur Stadt erhoben wurde; davon zeugt auch der Name Baelo "Claudia". Wahrscheinlich habe ein Erdbeben im 2. Jahrhundert n. Chr. den Niedergang eingeleitet, der in der Siedlungsaufgabe im 7. Jahrhundert geendet habe. Baelo sei zum einen bedeutend gewesen als Verbindungsort zum heutigen Tanger, zum anderen wegen seiner Thunfischindustrie, von der die Fabrik im Südosten des Stadtgebiets zeugt.

Nach Norden hin ist das Gebiet von Baelo von zwei Bergketten, der Sierra de la Plata und der Sierra San Bartolome, abgeschlossen, so dass die Stadt ganz zum Meer hin orientiert ist.

     

Im Nordosten befindet sich, außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets, das neue Museum, das über Baelo informiert. Viele Originale findet man im Baelo-Raum im Museum von Cadiz.

             

        

Von der Wasserversorgung zeugt noch die Aquäduktbrücke der Leitung von Punta Paloma, die das Wasser aus acht km Entfernung herantransportiert. Von der östlichen Stadtmauer sind noch deutliche Reste erhalten. Ganz im Südosten ist auch ein Wohnhaus dokumentiert. Insgesamt hat sich die Ausgrabung auf die spektakulären Objekte konzentriert; man nimmt an, dass im oberen, nicht ausgegrabenen Bereich sich die Wohnungen des Volks befinden.

                       

Für Baelo charakteristisch ist das Gelände der Fischfabrik; zum einen wurde hier Thunfisch eingesalzen (Dosen gab's ja noch nicht!), zum anderen wurden die Fischinnereien zu Garum, dem antiken Maggi, verarbeitet.

                 

     

Zum Leben der politischen Gemeinde gehört die Basilika als Gerichtshalle. Das Original der Trajansstatue steht im Museum von Cadiz.

                 

Nördlich des Decumanus maximus, der von Ost nach West verlaufenden Hauptstraße, erkennt man die Läden und das Macellum, den Fleischmarkt.

                       

In den Thermen sind die Hypokausten, die alte Heizungsanlage, gut erhalten; gut zu erkennen ist auch das Praefurnium, der alte Ofen der Heizanlage.

              

Blick von Westen über Säulenreste und die Basilika. 

Das relativ gut erhaltene Theater lässt Einblicke in die Cavea, den Zuschauerraum, zu. Man erhält auch einen Eindruck von der römischen Opus-Caementicium-Technik, dem antiken Beton. 

                       

Axial angeordnet sind nördlich der Basilika das Forum und dahinter die drei Tempel der kapitolinischen Trias Jupiter, Juno und Minerva.

                          

Östlich des Kapitols steht der Tempel der ägyptischen Isis. Im Museum Cadiz wird eine Votivtafel aus diesem Tempel aufbewahrt.

        

Die letzten beiden Bilder zeigen die Lage Baelos am Strand.