ANDALUSIEN 2009

PROXIMA ESTACION:   Zurück zur Startseite:  ... und zurück zur Homepage:

Sevilla: Museum der Schönen Künste

Nach Baedeker sind die Sammlungen des Museums de Bellas Artes "nach denen des Prado in Madrid die bedeutendsten Spaniens". Sie verdanken sich der Säkularisation und stellen eine Übersicht über das Kunstschaffen des Raums von Sevilla mit dem Schwerpunkt (und Schwergewicht) Murillo dar. Der prächtigste Museumsraum ist die ehemalige Klosterkirche des Konvents von "la Merced"; er ist weitgehend Murillo gewidmet.
Auch hier ist der Eintritt frei, und man erhält einen informativen Prospekt des Museums (auf Deutsch!). Die spanischen Bildbeschriftungen sind die des Museums.

Das Museum liegt etwas versteckt im Häusergewirre des südwestlichen Stadtzentrums.

     

1603 wurde der Gebäudekomplex entworfen und nach dem Abriss des Mudejar-Vorgängerbaus ab 1612, mit dem Bau der Kirche, begonnen. Nach dem offiziellen Prospekt handelt es sich um ein "Musterbeispiel des andalusischen Manierismus".

           

Von Bartolome Esteban Murillo (Sevilla 1617 - 1682) stammt die "Estigmatizacion de San Francisco" von 1645/50. Zeitgenosse aus Sevilla ist Juan de Valdes Leal (Sevilla 1622 - 1690), von dem hier die "Asuncion de la Virgen" (1672), "San Jose con el Nino Jesus" (1675), die "Aparicion de la Virgen a San Ignacio en Pamplona" (1660/64) und die "Tentaciones de San Jeronimo" (1657) zu sehen sind.

                          

Prächtig auch Valdes Leals "Immaculada" von 1672. Bei Pieter van Lints (Amberes 1609 - 1690) "Adoracion de los pastores" von 1650 sind vor allem Hirtinnen ganz nahe beim Jesuskind. Die Salzbüchse mit Neptun auf seinem Wagen stammt von einem anonymen Barockkünstler aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

              

Einen faszinierenden Tiergarten bietet Jan Brueghel de Velours <= d. Ä.> (Bruselas 1568 - Amberes 1625) mit seinem "Paraiso terrenal" von 1610.

           

Mattia Preti (Taverna 1613 - La Valleta 1699) zeigt in "Cristo resucitado en el Cenaculo" von 1675 die vor dem Auferstandenen entsetzt zurückweichenden Jünger. Ein ganz anderes Thema bietet Sebastian Vranckx (Amberes 1573 - 1647) mit seiner "Batalla" von 1640.

           

Begleitet von Juan Martinez Montanes' (Alcala la Real 1568 - Sevilla 1649) "Santo Domingo de Guzman penitente" von 1606/07 und Juan de Solis (Jaen 1580? - Sevilla 1621?) "Fortaleza" von 1618 nähert man sich Francisco de Zurbarans (Fuente de Cantos 1598 - Madrid 1664) "Cristo Crucificado" von 1630 bis 1640 und seinem "San Gregorio Magno" von 1626/27.

              

Nicht nur die Bilder, auch die Räume bieten Sehenswertes.

Neben Juan de Mesas (Cordoba 1583 - Sevilla 1627) "San Ramon Nonato" von 1626 stößt man auf drei Zurbaran-Werke: "Die Jungfrau als Beschützerin der Kartäuser", "San Hugo en el refectorio" von 1655 und "Visita de San Bruno a Urbano II" aus demselben Jahr.

                       

Im Flur finden sich die hochinteressanten Prozessionsbilder von Domingo Martinez (Sevilla 1688 - 1749) mit seinen allegorischen Wagen der Vier Elemente oder des Parnass von 1748.

                    

                 

Schön die "Coronacion de la Virgen" des Juan Ruiz Soriano (Higuera de la Sierra, Huelva 1701 - Sevilla 1763) oder die Frau des Potiphar in Antonio Maria Esquivels (Sevilla 1806 - Madrid 1857) "Jose y la mujer de Putifar" von 1854.

                 

Ein standesgemäßes Sterben bietet Jose Villegas Cordero (Sevilla 1844 - Madrid 1921) in seinem "La muerte del maestro" von 1913.

     

Und wie idyllisch zeigt sich Sevilla in der "Vista de Sevilla" von 1893 des Nicolas Jimenez Alperiz (Sevilla 1865 - 1928).

  

Idyllisch auch, dass die Zigarrenarbeiterinnen der hiesigen Tabakfabrik eine Kollegin mit ihrem Neugeborenen so bewundern dürfen, wie das Gonzalo Bilbao (Sevilla 1860 - Madrid 1938) in seinen "Las cigarreras" von 1915 zeigt!

        

Ignacio Zuloaga (Eibar 1870 - Madrid 1945) hat sich seinem Kollegen zugewandt: "Retrato del pintor Uranga" von 1837.

     

Schöne Frauen finden sich bei Gonzalo Bilbaos keuscher Susanna ("La casta Susana") von 1900 und Gustavo Bacarisas' (Gibraltar 1873 - Sevilla 1971) "Sevilla en fiestas" von 1915.

                    

Einen Rücksprung stellt natürlich das Werk "Juicio final" von 1570 des Martin de Vos (Amberes 1532 - 1604) dar.

                       

Hier trifft man auch des Lucas Cranach (Kronach 1472 - Weimar 1553) "Calvario" (Kalvarienberg) von 1538 oder die "Taufe Jesu" des Miguel Adan (Pinto 1532 - Sevilla 1610).

              

Höhepunkt - auch was den Raum betrifft - ist Murillo in der alten Klosterkirche.

                    

  

An der "Plaza del Duque de la Victoria" vorbei führt der Rückweg zum Stadtzentrum mit Calle Sierpes oder Kathedrale.