ANDALUSIEN 2009

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Granada

Ausgangssiedlung für Granada ist eine iberische Siedlung namens "Iliveri" (Baedeker) bzw. "Ilbyr" (Schomann) auf dem Albaicin, die von den Römern "Illiberis" genannt und mit den Nachbarsiedlungen Quastilla und Garnata verbunden wurde. Illiberis war Ort des ersten Konzils auf der iberischen Halbinsel. 1013 wurde Granada ein eigenständiges Königreich. Nach dem Fall von Cordoba 1236 zogen sich viele überlebende Mauren nach Granada zurück, wo Ibn al-Ahmer als Mohammed I. 1238 die Dynastie der Nasriden begründete, die allerdings gegen Kastilien tributpflichtig war und Kastilien sogar bei der Eroberung von Sevilla 1248 unterstützte. Einer fast 250 Jahre währenden Blütezeit folgte das Ende am 2. Januar 1492, als Boabdil (= Muhammed XII. Abu Abd-Allah) vor Ferdinand und Isabella kapitulierte.

Unser Spaziergang beginnt an der Plaza de Isabella la Catolica mit dem Denkmal von 1892, das zeigt, wie Isabella sich von Kolumbus über seine Pläne unterrichten lässt. Die nahe liegende Calle de los Reyes Catolicos ist Bussen und Taxis vorbehalten, wodurch in Granada keine gute Nord-Süd-Achse (für Autos) da ist.

     

Im Süden der Plaza de la Isabella la Catolica liegt der Corral del Carbon, die einzige in Spanien erhaltene Karawanserei, und zwar aus dem 14. Jahrhundert. Nach der Vertreibung der Mauren diente das Gebäude als Lager der Holzkohlenhändler

        

Zwischen dem Corral del Carbon und der Kathedrale liegt die Alcaiceria, das 1843 abgebrannte maurische Markt- und Ladenviertel, von dem Baedeker meint, es "strahlt aber für manche die Atmosphäre eines arabischen Souks aus".

     

Im Süden der Kathedrale und in ihrer Sichtweite liegt der Platz "Bib-Rambla" mit der neptungekrönten "Fuente de los Gigantones".

                 

  

Im Gassengewirr streift man auch die Kathedrale (eigene Seite) mit der Lonja, der alten Börse, und der Südseite der Capilla Real.

           

Gegenüber der Capilla Real verbirgt sich unter barockem Gewand die 1349 gegründete alte Koranschule, die Madraza, die nach 1492 als Rathaus genutzt wurde. Wir sahen sie nur als unzugängliche Baustelle.

              

Menschen in Granada: Relativ viele erwerben ihr Geld durch starres Stehen, wie der Legionär, der aber angesichts seiner modernen Kollegen schnell verschwand. Andere zeigen sich im Gespräch oder einfach beim Warten an der roten Ampel.

     

Im Süden des einzigen Kathedralturms liegt die Plaza de la Romanilla, ein stimmungsvoller, nahrhafter Platz, den das Denkmal eines Wasserverkäufers ziert.

           

Von der Kathedrale zur Universität mit schönen Höfen - und modernen Geräten!

                    

... auch Granada!

     

Den Convento de San Jeronimo mit seiner schönen Fassade fanden wir - siestahalber? - verschlossen vor. Es wirkte aber etwas kafkaesk, als der diensthabende Pater schon in seinem Kassenhäuschen saß, uns in den Kreuzgang blicken ließ, aber darauf aufmerksam machte, dass erst in einer Stunde geöffnet sei.

        

Da das Hospital de Juan de Dios ein aktives Krankenhaus ist, waren seine Innenhöfe zugänglich, wirkten aber wie im denkmalpflegerischen Dornröschenschlaf, vor allem ein Kreuzgang mit Wandmalerei, Azulejos, aufgehängten Bildern - und aktiven Krankenhaushinweisen.

              

        

Die Kirche des Hospitals de Juan de Dios rühmt Baedeker als "einen der schönsten barocken Sakralbauten Granadas". Überprüfen konnten wir (s. o. bei San Jeronimo) sein Urteil nicht; die Schmutzhäufchen am Portal ließen allerdings eine längere Öffnungspause als nur die Siesta vermuten.

              

Zum Hospital Real hatten wir nur Blickkontakt, und an der Puerta de Elvira hörte unser Spaziergang auf, da hier der Weg durch den Albaicin (eigene Seite) begann.

  

Und dass von der Alhambra (eigene Seite) hier nicht die Rede war, ist berechtigt: Man kann im Ort Granada stundenlang unterwegs sein, ohne einen Blick zur Alhambra zu erhaschen.