ANDALUSIEN 2009

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Baeza

Innerhalb der Provincia Baetica galt "Beatia", die Glückliche, als bedeutendes Municipium. Unter den Westgoten wurde die Stadt Bischofssitz, unter den Mauren Hauptstadt einer Taifa, eines Kleinkönigreiches, und 1227 wurde sie von Ferdinand III. erobert. 1538 (Schomann) bzw. 1542 (Baedeker) erhielt Baeza seine Universität und erlebte im 16. Jahrhundert seine Blütezeit.
Wenn man von Jaen her anfährt, überquert man bei Puente del Obispo den Guadalquivir und steigt dann hoch nach Baeza. Von dieser herrlichen Lage merkt man (zumindest: merkten wir) beim Besuch der Stadt nichts mehr.

Mit der Begegnung mit "der guten Stube und dem schönsten Renaissance-Ensemble von Baeza" (Baedeker) begann unsere Besichtigung. Die Antigua Carniceria, die Alte Schlachthalle, trägt eine großes Wappen Karls V. In der Mitte des Platzes, der "Plaza del Populo", krönt die Statue der Frau Hannibals, einer gewissen Himilke, den Löwenbrunnen, dessen Löwen auch wieder römische Spolien (aus Linares) sind. Das Südwestende des Platzes begrenzen die Puerta de Jaen und der Arco de Villalar, ein Triumphbogen, der zur Erinnerung an den von Karl V. 1521 niedergeschlagenen Comunero-Aufstand errichtet wurde. Links davon, im auf den Bildern schattigen Süden, steht die Casa del Populo: oben früher Gericht, unten frühere Büros der Kanzleischreiber, heute Touristeninformation.

              

Von der Plaza del Populo gelangt man zur Plaza Santa Cruz, benannt nach der Kirche, auf die man zuläuft. Auf dem Weg hat man nach rechts einen Durchblick zur Kathedrale, links steht die Capilla de Cristo del Cambron.

              

Auf der Westseite der Plaza Santa Cruz steht Baezas Prunkstück, der Palacio de Jabalquinto, um 1490 von Juan Guas und Enrique Egas für Alfonso de Benavido Manrique, den Marques de Jabalquinto, errichtet. Am Portal fallen die Kanzeltürmchen auf, nach Baedeker eine andalusische Eigenart.

              

Über dem Durchlass in den Innenhof findet sich eine rätselhafte Inschrift; eine Plakette erinnert an Antonio Machado, der im nahegelegenen Gymnasium, der alten Universität, Französischlehrer gewesen war.

                 

Vom Erdgeschoss führt eine löwengeschmückte Barocktreppe hinauf in den ersten Stock.

           

Dort fand gerade ein Kongress der spanischen Latinisten statt: POST NUBILA CLARIOR, "Hinter den Wolken mehr Licht": Welche Wolken wohl den Kollegen in Spanien die Sicht versperren?

              

Im Süden des Palacio ein prächtiger Garten

 

Im Osten des Palastes, damit auch auf der Ostseite der Plaza Santa Cruz und der Palastfassade gegenüber, steht die spätromanische Kirche Santa Cruz mit einigen spätgotischen Fresken.

        

Vom Palacio de Jabalquinto zur Kathedrale gehend passiert man das Seminario de San Felipe Neri, dessen Wand die typischen Ochsenblut-Inschriften trägt.

  

An der Nordseite der Plaza Santa Maria erhebt sich die Kathedrale.

        

Schmuckstück des Platzes ist ein Brunnen in Form eines Triumphbogens mit dem Wappen Philipps II.

           

Halten am Brunnen steinerne Wächter Wache, so passt in der Kathedrale ein "Ministrant" auf, ein ferner Verwandter früherer Nick-Neger.

  

Wie in Andalusien üblich, steht die Kathedrale auf den Grundmauern der früheren Moschee; sie wurde zwischen 1567 und 1593 umgebaut. Baedeker hebt den Retabel-Altar hervor; schön sind aber auch die Kapitelle der Vierungspfeiler. Das Grabmal im Südwesten schmückt ein eigenartiges Renaissance-Ungeheuer.

                       

Von der Kathedrale führte der Weg zur Calle San Pablo mit der namengebenden (verschlossenen) Kirche.

                       

Als Hauptplatz des heutigen Baeza erscheint die Plaza de Espana mit dem südlich sich anschließenden Paseo de la Constitucion, von dem man wieder am Ausgangspunkt, der Plaza del Populo, landet.