ANDALUSIEN 2009

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Medina Azahara

Zwischen Almodovar del Rio und Cordoba liegt am Südhang des Novia-Hügels, eines Ausläufers der Sierra Morena, die zeitweilige Residenzstadt Medina Azahara, schon tausend Jahre eine Ruinenstätte, von der etwa 10 % ausgegraben sind.
Zum Hintergrund von Medina Azahara erfährt man im Baedeker: "Der nach Al-Andalus geflüchtete Omaijade Abd ar-Rahman I., einziger Überlebender seines Geschlechts im Kampf gegen die Abbasiden aus Bagdad, begründet 756 das Emirat von Cordoba, das die ganze Pyrenäenhalbinsel umfasst. ... 785 beginnt Abd ar-Rahman I. als äußeres Zeichen seiner Herrschaft mit dem Bau der Moschee in Cordoba. Er stirbt 788. ... Abd ar-Rahman III. ernennt sich 929 zum Kalifen - ein ungeheurer Vorgang, denn als Kalif und damit rechtmäßiger Nachfolger des Propheten wird in der islamischen Welt eigentlich nur der Kalif von Bagdad anerkannt. Die maurische Kultur erreicht aber dennoch ihren Höhepunkt in Andalusien, der sich am deutlichsten in der 936 begonnenen Palaststadt Medina Azahara äußert." (S. 37f.)
Die 936 begonnenen Bauarbeiten dauern etwa 25 Jahre; mit einer Fläche von 1500 m x 750 m bot die Stadt etwa 30000 Menschen Platz. Doch schon 1010 zerstörten Berber in einer Art moslemischen Bildersturms die prächtige Stadt. Seit 1911 wird hier ausgegraben; derzeit ist nur der Zentralbereich offen gelegt, wie gesagt: etwa ein Zehntel der alten Stadt.

Von Medina Azahara besteht Sichtverbindung zur Burg von Almodovar del Rio.

Im Eingangsbereich erfolgt die einführende Information über Anlage und Geschichte der Stadt. Von oben hat man auch einen guten Überblick über die sichtbaren Teile der Ausgrabung.

                       

Im Haus der Wesire, dem Dar al Wuzara, zeugt die Obere Basilika, das Audienzgebäude, von einstiger Größe, auch wenn der Bau deutlich sichtbar stark restauriert ist.

                 

Die Bogen des Großen Säulengangs bildeten - nach Baedeker - das Tor zum Waffenplatz, der zum Exerzieren und für Paraden diente.

        

Im Osten liegt, außerhalb der Mauern, die Moschee, die 941 als erstes Gebäude fertig gestellt worden war.

Der prächtigste Teil der Ausgrabung soll der Empfangssaal Abd ar-Rahmans III. sein, den wir aber nur als verhüllte Baustelle antrafen.

                 

Überall im Gelände stößt man darauf, dass die Ausgrabung noch im Gang ist.

        

Auffallendstes Gebäude war - bei unserem Besuch - die Casa de Ya'far, der Wohnsitz eines hohen Amtsträgers der Kalifatsverwaltung, mit seiner schönen Hoffassade.

              

Und von Medina Azahara hat man Cordoba, die alte Emiratsstadt und jetzige Provinzhauptstadt, im Blick.