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Cadiz: Oratorio de la Santa
Cueva
Nach der Baedeker-Beschreibung
"Kirche Santa Cueva" erwartet man etwas völlig anderes. Da
nebenan gerade der Sonntagsgottesdienst zu Ende war, wurden wir auf den
Eingang des Ensembles aufmerksam.
Im Baedeker werden vor allem die drei Lünettenmalereien von Goya
hervorgehoben, deshalb hier die Informationen aus dem (auch in Deutsch!)
ausgeteilten Prospekt:
Ausgangspunkt ist ein Meditationsraum der Laienbruderschaft "Madre
Antigua", die seit 1730 regelmäßig donnerstags in der
Abenddämmerung zusammenkam, um die Passion Christi zu meditieren. 1756
entdeckte man einen unterirdischen Raum, der dann zur Meditation
hergerichtet wurde. Danach nennt sich die Bruderschaft nach der
"Santa Cueva", der "Heiligen Höhle". Glanzzeit der
Bruderschaft waren die Jahre nach 1771 unter der Leitung des Jesuiten Don
Jose Saenz de Santamaria, der den Ausbau des Kirchenensembles mit eigenen
Mitteln finanzierte.
Die untere Kapelle hat schmucklose Wände und ist ganz auf die
Kreuzigungsgruppe zentriert, zu der sich auch vom Halbstock her ein Fenster
öffnet. Besondere Bedeutung für die Meditation haben die "Sieben
letzten Worte Jesu Christi am Kreuz". Padre Santamaria wollte
seine Kirche mit einem Musikstück bereichern, das die Predigt der
"Sieben Worte" am Karfreitagsmorgen begleiten sollte. Man konnte
Joseph Haydn gewinnen, dieses Stück zu schreiben, das dann am Karfreitag
1783 hier uraufgeführt wurde. Im hiesigen Museum wird Haydns Werk
dokumentiert.

In großem Kontrast zur unteren
Kapelle ist die obere, die "Kapelle des Heiligsten Sakraments",
prächtig ausgestattet. Drei der fünf Lünetten sind von Goya ausgemalt,
mit den Themen "Abendmahl" (s. Bild), "Die Vermehrung von
Brot und Fischen" und "Die königliche Einladung".

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