ANDALUSIEN 2009

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Cadiz: Oratorio de la Santa Cueva

Nach der Baedeker-Beschreibung "Kirche Santa Cueva" erwartet man etwas völlig anderes. Da nebenan gerade der Sonntagsgottesdienst zu Ende war, wurden wir auf den Eingang des Ensembles aufmerksam. 
Im Baedeker werden vor allem die drei Lünettenmalereien von Goya hervorgehoben, deshalb hier die Informationen aus dem (auch in Deutsch!) ausgeteilten Prospekt:
Ausgangspunkt ist ein Meditationsraum der Laienbruderschaft "Madre Antigua", die seit 1730 regelmäßig donnerstags in der Abenddämmerung zusammenkam, um die Passion Christi zu meditieren. 1756 entdeckte man einen unterirdischen Raum, der dann zur Meditation hergerichtet wurde. Danach nennt sich die Bruderschaft nach der "Santa Cueva", der "Heiligen Höhle". Glanzzeit der Bruderschaft waren die Jahre nach 1771 unter der Leitung des Jesuiten Don Jose Saenz de Santamaria, der den Ausbau des Kirchenensembles mit eigenen Mitteln finanzierte.
Die untere Kapelle hat schmucklose Wände und ist ganz auf die Kreuzigungsgruppe zentriert, zu der sich auch vom Halbstock her ein Fenster öffnet. Besondere Bedeutung für die Meditation haben die "Sieben letzten Worte Jesu Christi am Kreuz". Padre Santamaria  wollte seine Kirche mit einem Musikstück bereichern, das die Predigt der "Sieben Worte" am Karfreitagsmorgen begleiten sollte. Man konnte Joseph Haydn gewinnen, dieses Stück zu schreiben, das dann am Karfreitag 1783 hier uraufgeführt wurde. Im hiesigen Museum wird Haydns Werk dokumentiert.

           

In großem Kontrast zur unteren Kapelle ist die obere, die "Kapelle des Heiligsten Sakraments", prächtig ausgestattet. Drei der fünf Lünetten sind von Goya ausgemalt, mit den Themen "Abendmahl" (s. Bild), "Die Vermehrung von Brot und Fischen" und "Die königliche Einladung".